„Trauer könnte in gewisser Weise die lange Nachwirkung der Liebe sein, die innere Arbeit, zu wissen, zu halten und besser zu schätzen, was wir verloren haben.“ –Mark Doty
In einem der bekanntesten Stücke amerikanischer Poesie heißt es: „Der Rabe„Edgar Allan Poe erzählt die Geschichte eines Mannes, der um seine verlorene Liebe Lenore trauert. In dieser makabren Geschichte über den Umgang mit Trauer erscheint ein sprechender Rabe, der den Liebhaber immer wieder daran erinnert, was nicht mehr sein wird, und ihn mit dem einfachen Wort noch weiter in die Tiefen der Verzweiflung treibt: nimmermehr.
Dank Werken wie dem von Poe haben viele von uns makabre Assoziationen mit Raben, Krähen und anderen Mitgliedern der Familie der Rabenvögel. Aber die Biologie dieser bösartigen Vögel erzählt eine ganz andere Geschichte; sie sind unglaublich listige Kreaturenund oft gesellig. Sie haben einige der größten Gehirn-Körper-Verhältnisse – eins Faktor Bestimmung der Intelligenz – jeder Vogelart. Wenn es um die Anzahl der Neuronen geht, sind sie den Primaten ebenbürtig und dazu in der Lage komplexe Probleme lösen. Zu ihren bemerkenswertesten Eigenschaften gehört ihr Gedächtnis: Sie können sich an bestimmte menschliche Gesichter und Orte erinnern und sogar Erinnerungen an Vorfahren weitergeben Informationen an ihre Nachkommen weitergeben.
Diese Eigenschaften spiegeln sich in der Folklore wider, in der Rabenvögel oft als Psychopomps dargestellt werden – Kreaturen oder Geister, die die Toten ins Jenseits begleiten. In einer Reihe indigener Traditionen des pazifischen Nordwestens ist der Rabe mit Schöpfungsgeschichten verbunden. In der nordischen Überlieferung wird oft der stets weise Odin dargestellt, flankiert von zwei Raben, Hugin und Munin, deren Namen „Erinnerung“ und „Gedanke“ bedeuten. Andere haben sie mit in Verbindung gebracht Vorzeichen und Krankheitda es sich um Aasvögel handelt.
Eins Verhalten von Rabenvögeln das hat verwirrt Was Wissenschaftler seit Jahren wissen – und das passt zu unseren eher morbiden Assoziationen –, ist die Art und Weise, wie sie mit den Toten umgehen. Wenn eine tote Krähe entdeckt wird, strömen Dutzende zu ihr und umzingeln sie. Sie wurden sogar dabei beobachtet, wie sie Stöcke und andere Gegenstände auf Verstorbene legten und so ihre eigene Art der Beerdigung abhielten. Wissenschaftler sind sich immer noch nicht sicher, ob es sich hierbei um Trauerbekundungen, Versuche, eine Bedrohung abzuschätzen, oder um etwas anderes handelt. Unabhängig davon gehen Krähen starke Bindungen ein (sie paaren sich ein Leben lang), was bedeutet, dass jeder Verlust möglich ist tief empfunden.
In Forschungen aus dem Universität Washington In 2015Wissenschaftler fanden heraus, dass ein bestimmter Teil des Gehirns einer Krähe aufleuchtet, wenn sie einen gefallenen gefiederten Freund sieht, und sich an damit verbundene Erinnerungen erinnert. Dieser Teil ist der Hippocampus – derselbe Teil des Gehirns, der beim Menschen für Lernen und Gedächtnis verwendet wird. Wie der leitende Forscher John Marzluff der Associated Press mitteilte: „Wenn man sieht, dass sein Gehirn dieselben Teile des Gehirns verwendet, um sich an Dinge zu erinnern, die wir tun, oder um ängstliche Situationen zu lernen, wie wir es tun, dann gibt es einem vielleicht etwas mehr Mitgefühl für den Vogel, oder vielleicht auch.“ Verwandtschaft mit dem Vogel.“
Der Rabe und die Krähe erinnern uns daran, dass Liebe und Verlust nicht spezifisch für unsere Spezies sind; sie sind weitaus universeller. Diese Emotionen machen uns nicht nur menschlich, sie machen uns lebendig. Das Wichtigste, was wir vielleicht tun können, ist, uns nicht nur an die zu erinnern, die wir verloren haben, sondern auch an die Liebe, die wir miteinander und mit allen anderen Lebewesen teilen, die über die Erde laufen und fliegen.
„Luftlinie“ bezeichnet den kürzesten Weg zwischen zwei Punkten. Wenn es um Heilung geht, ist der einzige Weg, den ich kenne, direkt zum Kern der Sache: mutig in die Richtung unserer Trauer zu rennen, die unsere Liebe ist. Ich glaube, dass dies die umfassendste Arbeit ist, die wir leisten können, wenn wir unseren Planeten heilen wollen. Vielleicht war Poes geflügelter Besucher kein Mittel der Qual, sondern der Akzeptanz – er war dazu da, ihm beizubringen, dass es kein Zurück gibt, dass der einzige Weg vorwärts der Durchweg ist. Wenn ja, dann ist der Rabe wirklich weise, ein Hüter des einfachsten und heiligsten Geheimnisses des Lebens: ICHEs geht weiter.



