Die 1970er Jahre waren ein Jahrzehnt mit dem Höhepunkt der Innovation und Kreativität im Filmemachen. Regisseure wie Martin Scorsese, Mike Nichols und Francis Ford Coppola gelten als einige der bedeutendsten Autoren ihrer Zeit, aber Hal Ashby ist einer der Regisseure, dessen Name im Laufe der Jahre immer seltener erwähnt wird. Rückblickend ist er jemand, dessen Werk einen großen Teil der Hollywood-Renaissance ausmachte.
Ashby starb 1988, aber er führte Regie bei einigen der besten düsteren Komödien und Satiren seiner Zeit, darunter „Shampoo“ und „Being There“. Er war auch der Regisseur einer der umstrittensten Liebesromane des Jahrzehnts: Harold und Maude.
Der Film ist ab sofort kostenlos erhältlich Streaming-Dienste wie Pluto TV und Kanopy in diesem Monat, und es ist eine tolle, unkonventionelle Valentinstagsuhr. Wenn Sie ihn noch nie gesehen haben (oder wenn er Ihnen schon in jungen Jahren eingeprägt wurde und Sie auf ein erneutes Ansehen gehofft haben), ist jetzt ein guter Zeitpunkt, sich den Film anzusehen – der oft genauso schnell aus den Streaming-Diensten verschwindet, wie er erscheint. Der Hauptdarsteller des Films, Bud Cort, gestorben diese Woche im Alter von 77 Jahren, was ein weiterer Grund zum Anschauen ist.
„Harold und Maude“ spielt Cort und Oscar-Preisträgerin Ruth Gordon als jungen Mann und die ältere Frau, in die er sich verliebt. Harold, 20, ist reich und lebt immer noch zu Hause. Maude ist 79 Jahre alt, hat bescheidene Verhältnisse und lebt in einem Güterwagen. Harold ist vom Tod besessen und inszeniert häufig aufwändige Selbstmordversuche: Erhängen, Selbstverbrennung und vieles mehr. Und obwohl diese Versuche realistisch erscheinen, sind die unbeeindruckten Reaktionen seiner Mutter darauf der Inbegriff trockener Komödie.
Aber selbst angesichts des schwarzen Humors, der dem Film zugrunde liegt, ist es schwer vorstellbar, dass ein Film wie dieser heutzutage von einem Mainstream-Studio gedreht werden könnte. Auch Kritikern gefiel der Film 1971 nicht wirklich – „gruselig und abstoßend“ hieß es New York Times beschrieb die beiden Hauptaufführungen – aber im Laufe der Jahre hat es dank langjähriger Engagements in Nebentheatern eine Kult-Fangemeinde aufgebaut.
Harold trifft Maude bei der Beerdigung von jemandem, den keiner von ihnen wirklich kennt. Bald werden sie unzertrennlich. Während Harolds Einstellung zu Leben und Tod völlig düster ist, gibt Maudes Faszination für den Tod ihr tatsächlich einen Grund zum Leben. (Harold entdeckt eine auf ihren Unterarm tätowierte Zahl, die subtil darauf anspielt, dass sie ein Konzentrationslager überlebt hat.) Trotz bestimmter Ideen oder Darbietungen, die für viele als abstoßend gelten könnten, ist „Harold und Maude“ eine Hommage an das Leben, ein existentielles Drama, das Schweres mit Leichtem in Einklang bringt, und ein Film, der die Ära veranschaulicht, in der er gedreht wurde. Dieser Cat Stevens-Soundtrack!
Während die zentrale Beziehung selbst unkonventionell ist, handelt es sich bei dem Film weniger um die Suche nach echter romantischer Liebe als vielmehr um eine Erinnerung daran, wie man das Leben nach seinen eigenen Vorstellungen leben sollte. Wie Maude zu Harold sagt: „Jeder hat das Recht, sich selbst zum Arsch zu machen. Man darf sich einfach nicht zu sehr von der Welt verurteilen lassen.“
Harold und Maude ist jetzt auf Pluto TV und Kanopy verfügbar.


