Was macht einen persönlichen Stil aus, geschweige denn einen guten? Es ist ein Diskurs, der immer weiter brodelt Unterstapel zurück im Jahr 2024. Für Tory BurchDabei geht es weniger um eine eindeutige Definition als vielmehr darum, das eigene Selbstbewusstsein zu trainieren. Für ihre Herbstshow 2026 im Sotheby’s Im Breuer blickte Burch auf ihre Vergangenheit zurück, um sich an klassischen Details zu orientieren, die sich in der Psyche ihrer Käuferin festsetzen könnten. Was wird in einer turbulenten Welt Bestand haben? Die Antwort spiegelt die Entwicklung der Marke hin zur Akzeptanz von Eigenheiten wider. Glänzende silberne Sardinennadeln, mit Leder umwickelte Muschelohrringe und Absätze mit einer breiteren und runderen Zehenpartie waren bezaubernd und vertraut und einprägsam. Eine Blockbuster-Frontreihe, darunter Tessa Thompson, Pamela Anderson, Yuqi von I-dle, Amanda Seyfried und Myah’la, konnte nicht anders, als sich nach vorne zu beugen, um die Details zu erfahren.
In den Shownotes erklärt Burch, dass diese Kollektion zeigen sollte, wie sich eine Frau nach Instinkt und nicht nach Regeln kleidet. Als Inspirationsquelle wurde Bunny Mellon genannt, die berühmte Philanthropin und Doyenne der ursprünglichen Gesellschaft. Wie Mellon wollte auch Burch mit festgelegten Regeln und Erwartungen ausbrechen. So sehen Sie eine einzigartige Mischung aus Ready-to-Work-Kleidung und ausgefallenen Kleidern, alle mit unerwarteten, aber willkommenen Farbkombinationen. Es gab dicke und locker sitzende Cordstoffe, die vom Vater des Designers inspiriert waren, gewaschene und gebürstete Wollpullover, die zu schweben schienen, und Röcke, die tief in der Taille saßen und sowohl aus butterweichem Leder als auch aus schwerelosem Wolltwill gefertigt waren.
Aufbauend auf diesem Spiel mit Schnitt und Gewicht zeigte Burch weiterhin, dass sie eine Meisterin darin ist, dem Vertrauten etwas Besonderes zu verleihen, indem sie Statement-Gürtel zurückbringt und die Farbe zu einer Waffe macht, indem sie einen glatten türkisfarbenen Kragen mit einem seidigen gelben Oberteil kombiniert oder auch eine Reihe griechischer Kleider so dreht und verknotet, dass sie an zwei eng gewundene Hände erinnern. Apropos Knoten: Ein von Mellon inspirierter Knoten, der von einem gesteppten Kissen in ihrem Haus in Antigua stammt (Burch erwarb das Haus im Jahr 2018), dient durchweg als verbindendes Detail – eine Erinnerung an Verbundenheit und Stärke.
Für Burch entsteht wahrer Stil durch das Experimentieren mit dem, was man hat. Zwei der besten Looks verkörpern den Geist der instinktiven Kleidung. Ein tolles Kleid aus gewaschener Seide hatte Persönlichkeit, ohne viel Zubehör. Der plissierte Rock zeichnete sich durch zwei nach innen gefaltete Vorderteile aus, die den Hüften einen Schwung verliehen, der das Kleid so weit hin und her bewegte, dass die daran befestigten Bänder fliegen konnten. Die Schlussnummer bestand aus einem Mantel aus Wolltwill, der an ein Revers erinnerte, mit einem tiefschwarzen Samtkragen und Knöpfen, die einem so elegant geschnittenen Mantel den nötigen Hauch von Laune verlieh. Man kann nicht mit Sicherheit sagen, was Bestand haben wird, aber Tory Burch liefert überzeugende Argumente für diese neuen Klassiker.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Tory Burch.



