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Das US-Südkommando veröffentlichte am Freitag Bilder eines tödlichen kinetischen Angriffs auf ein Boot in internationalen Gewässern in der Karibik am Montag, dem 10. November. Die vier Besatzungsmitglieder an Bord seien „getötet“ worden, bestätigte die US-Regierung, womit sich die Gesamtzahl der Toten bei mehr als 20 Angriffen seit Beginn der Operation im August vor der Küste Venezuelas auf fast 80 beläuft.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nannte die Mission offiziell „Southern Lance“ und begründete sie mit einer Aktion zur Bekämpfung des Drogenhandels aus Lateinamerika. Der Einsatz umfasst etwa 10.000 Soldaten und den Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, das größte Flaggschiff des Pentagons, das in der Nähe venezolanischer Gewässer stationiert ist.
Laut der „Washington Post“ traf sich Trump am Freitag im Oval Office mit Vertretern des Pentagons, um „eine Reihe von Optionen“ zu besprechen, darunter eskalierende Angriffe. Ein von der Zeitung zitierter Beamter sagte, die US-Streitkräfte „bereiten sich auf mögliche Angriffsbefehle vor“ und warten auf neue Einsatzrichtlinien.
Trump macht weiter, ohne Details preiszugeben
Auf die Frage von Reportern nach seiner nächsten Militäraktion gegen Venezuela sagte Trump: „Ich kann Ihnen nicht sagen, was es sein würde, aber ich habe mich irgendwie entschieden.“ Er fügte hinzu, dass man mit Venezuela „große Fortschritte bei der Eindämmung des massiven Drogenzustroms gemacht“ habe, ohne jedoch nähere Angaben zu seinen Plänen zu machen.
Von der Washington Post zitierte US-Beamte sagten, dass Trump „sehr gut darin sei, strategische Unklarheiten aufrechtzuerhalten“ und dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro „sehr verängstigt ist und Angst haben sollte“, angesichts der Bandbreite an „schädlichen“ Optionen, die auf dem Tisch liegen. Bereits im Oktober hatte Trump erklärt, er schließe mögliche Angriffe auf Bodenziele sowohl in Venezuela als auch in Kolumbien nicht aus.
Venezolanische Reaktion und regionale Spannungen
Die venezolanische Regierung verurteilte die „Operation Southern Spear“ und nannte sie einen „Vorwand für eine Intervention“. Maduro seinerseits rief die Bevölkerung dazu auf, sich auf einen eventuellen „bewaffneten Kampf“ vorzubereiten, und kündigte den Einsatz von 200.000 Militärangehörigen im Land an.
In einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede richtete Maduro einen direkten Appell an das amerikanische Volk: „Stoppt die verrückte Hand derer, die Bombardierungen, Tötungen und Krieg in Südamerika, in der Karibik, anordnen.“ Der venezolanische Führer zog Parallelen zu anderen Konflikten: „Wollen wir jetzt einen weiteren Gazastreifen in Südamerika“, fragte der Chavista-Führer.
Die Spannungen in der Region nehmen weiter zu, da Washington neue Militäreinsätze nicht ausschließt und die internationale Gemeinschaft mit Sorge die Eskalation des Krieges in der Karibik beobachtet.


