„Wie bist du hierher gekommen?“ fragte Johanna Parv in ihrer AW26-Kollektion. Die Frage, die auch die erste Zeile in den Shownotizen des in Estland geborenen und in London lebenden Designers war, bildete die Grundlage, auf der das Angebot aufbaute – wobei Transportmittel, insbesondere Radfahren, Gehen und öffentliche Verkehrsmittel, eine Reihe langgestreckter, körperbetonter Schnitte und technischer Schichten, die auf Bewegung ausgelegt sind, inspirierten. In scharfen Rottönen, stimmungsvollen Burgundertönen, Auberginen, Brauntönen und tiefschwarzen Tönen unterstreicht die Palette die geerdete, stadttaugliche Absicht der Kollektion.
Die Saison mit dem Titel „The Intimacy of Distances“ brachte Parvs minimalistische, multifunktionale Sprache in eine engere, intimere Silhouette. Die Looks waren länger und schlanker und so geschnitten, dass sie den Bewegungen des Körpers folgten. Woll-Basisschichten wurden mit Rollkragenpullovern und Kapuzen-Schal-Hybriden gestylt, während Hosensäume in Strumpfhosen gesteckt wurden – praktisch, durchdacht, bewusst. Die Wirkung war schützend, ohne sich schwer anzufühlen.
Herausragend waren der aktualisierte Velocity-Blazer, der mit einem Doppelreißverschluss und 3D-reflektierenden Gesäßtaschen durch den Körper verlängert wurde, gepaart mit der hoch taillierten Velocity-Hose, die ergonomisch geformt ist. Jeder Look wurde mit einem Klettverschluss-Ledergürtel mit den dreieckigen Ausschnitten der Marke gesichert, der als Schlüsselhalter während der Reise dient.
Gäste, darunter auch ich, saßen auf recycelten Fahrradsattelsitzen, die mit entwickelt wurden Selle Royale – eine subtile, aber wirksame Erinnerung daran, dass diese Kleidung für den Pendelverkehr und nicht nur für den Laufsteg gemacht ist.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Johanna Parv.



