Für AW26, Loro Piana nennt seine Kollektion Nomadic Reverie – Reisen, Landschaften, in Bewegung gesammelte Erinnerungen – aber die Romantik basiert auf absolut seriöser Kleidung.
Paisley verankert die Geschichte. Das archivierte Tropfenmotiv des Hauses, das erstmals in den späten 60er- und 70er-Jahren erforscht wurde, taucht auf Tüchern und Schals wieder auf und wird durch Jacquards in Kürbis, Ocker und Tabak gewebt. Die Farbpalette verändert sich wie die Landschaft vor einem Zugfenster – Terrakotta und Gold wärmen sich zu Beige und Grau, vertiefen sich zu Tundra, Mitternacht und schließlich zu Schwarz und Weiß. Es ist subtil, aber bewusst.
Die Silhouetten fühlen sich in Bewegung zusammengesetzt an. Lange Staubtücher gleiten über fließende Schnitte. Zopfmuster aus Baby-Kaschmir und Gift of Kings-Wolle werden über mit Spitze besetzte Seidensatin-Slips gelegt. Taillierte Culottes und weite Röcke bringen Form, ohne steif zu wirken. Für Männer gibt es entspannte zweireihige Mäntel, lässige Anzüge und wiederbelebte Ikonen wie die Roadster- und Traveller-Jacken aus butterweichen technischen Woll- und Seidenmischungen. Ein Lammfellblouson ist rund und großzügig geschnitten, fast schneeballweich.
Der Abend ist auf Monochrom reduziert – Smokings mit Kaschmir-Schalkragen, Rollkragenpullover statt Hemden – was ihnen irgendwie einen moderneren Eindruck verleiht.
Accessoires folgen der gleichen Logik: geschmeidige Bale-Taschen, weiche Tragetaschen, Satin-Flats und robuste Stiefel. Es ist Reisen als eine Geisteshaltung und nicht als Reiseziel – luxuriös, vielschichtig und für die Ewigkeit gebaut.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Loro Piana.


