Zegna basiert auf dem Ethos, Kleidung zu schaffen, die lange hält. Es war ein von Ermenegildo Zegna aufgestellter Grundsatz, der von Generation zu Generation von seiner Familie übernommen wurde, zusammen mit den Designern, die den Herrenmode-Giganten vorangetrieben haben. Derzeitiger künstlerischer Leiter Alessandro Sartori ist keine Ausnahme. Als er vor zehn Jahren dem Haus beitrat, betrachtete er seine Kollektionen als einen ständigen Dialog mit den Werten und Codes des Markengründers und steuerte mit einer eleganten Designhand das Ziel, Kleidung zu schaffen, die Tradition und Moderne in Einklang bringt.
Die Show, die die Mailänder Männerwoche eröffnete, fand in einem riesigen Raum statt, in dem Sartori eine Reihe „imaginärer Schränke“ errichtete, die mit der tatsächlichen Kleidung der Zegna-Familienmitglieder der dritten Generation, Paolo Zegna und Gildo Zegna, bestückt waren. Gildo, ebenfalls Vorstandsvorsitzender der Marke, sagte, dass die Kleiderschränke Gegenstände darstellen, die „vor Vernachlässigung geschützt sind, damit andere Familienmitglieder sie nutzen können. Ich bin auf der Suche nach dem Gefühl des Staunens, das entsteht, wenn man ein Stück findet, das seinem Vater, Großvater oder Onkel gehörte; die Entdeckung, die man beim Studium anderer Kleidungsarten erhält und die die Bereitschaft weckt, etwas Neues auszuprobieren.“
Seine AW26-Kollektion enthielt hübsche Schnitte, die problemlos sowohl von Vater als auch von Sohn getragen werden konnten, ohne jemals das Gefühl zu haben, in einer vergangenen Zeit festzustecken oder auf der Kippe zu stehen und zu jung auszusehen. Blazer gab es in zarten Nadelstreifen oder Karos, gefertigt aus Trofeo-Wolle, die erstmals 1965 von der Marke verwendet wurde. Die Hosen waren weit und hoch in der Taille geschnitten und gingen am Knöchel elegant hervor. Die Silhouette war durchweg lang und locker, insbesondere bei starken Oberbekleidungs-Highlights wie schokoladenbraunen Mänteln mit kastenförmigen Schultern oder knielangen Lammfellen. Dies waren die Stücke, die man ein Leben lang schätzen würde und die nie ihren Reiz verlieren. Neue Klassiker, die es immer wieder zu entdecken und wiederzuentdecken gilt.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Zegna



