Dieser Prozess dauerte bis zur Show. Auch nach dem Nähen konnte nichts repariert werden. „Backstage drängt man sich noch einmal durch und es sieht wieder ganz anders aus“, sagt er. Es ist eine Erinnerung daran, dass diese Stücke keine statischen Objekte sind, sondern reaktionsfähige Objekte, die ständig neu kalibriert werden.
Was Jones jedoch auszeichnet, ist, worauf er den Fokus legt. „Ich nehme das Mädchen immer vor den Spiegel und frage: ‚Wie fühlst du dich?‘“, sagt er. „Die Leute fragen das Mädchen nie, wie sie sich fühlen?“ Es ist eine einfache Frage, aber im Trubel einer Show eine ungewöhnliche. Für ihn ist es unerlässlich – vor allem, wenn die Models selbst oft noch so neu in der Erfahrung sind. „Es muss verrückt und erschreckend sein“, sagt er über das Laufen auf ihren ersten Laufstegen.
In diesem Austausch liegt eine Art Intimität, die im Widerspruch zum Ausmaß einer Pariser Show steht. „Es sind tatsächlich sehr intime und persönliche Momente, wenn man jemandem einen Hut aufsetzt“, sagt er. Bei der Kopfbedeckung geht es weniger um Spektakel als vielmehr um Verbindung – eine stille Anpassung, ein gemeinsames Verständnis vor einem Spiegel.
Die Interpretation bleibt jedoch offen. Eingewickelter Stoff suggeriert immer etwas, das über sich selbst hinausgeht, sei es Reinheit, Ritual oder Zurückhaltung. Jones wehrt sich nicht dagegen. „Wir machen etwas, und sie tragen es mit sich… sobald wir es gezeigt haben, gehört es ihnen. Wir besitzen es nicht mehr.“ Wenn es an religiösen oder kulturellen Bezügen stößt, sollte man bewusst, aber nicht überbestimmt damit umgehen. „Hoffentlich… sollte es verstanden werden. Es ist so etwas wie eine Feier der Schönheit.“
Bei allem Couture-Glanz bleibt die Idee bewusst zugänglich. „Ich hoffe, dass die Leute ihre eigenen Versionen machen“, sagt er. „Machen Sie es sich selbst mit einem wirklich schönen T-Shirt von Uniqlo.“ Es ist halb Witz, halb Manifest – Mode als etwas, das man ausprobieren und nicht nur beobachten kann.
Als er dazu gedrängt wird, den Geist der Kopfbedeckungen zu definieren, hält er inne, bevor er bei einem einzigen Wort landet. „Transformativ“, sagt er. „Weil das jeder kann … und es wird jeden auf die einfachste Art und Weise verändern.“
Letztendlich liegt dort ihre Kraft – nicht in der Konstruktion, wie anspruchsvoll sie auch sein mag, sondern in der Vertrautheit der Geste. Ein T-Shirt, ein Stück Stoff, ein eingefangener und hervorgehobener Moment.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Givenchy.

