SetchuDie Co-Ed-Show im Herbst/Winter 2026 in Mailand war scharfsinnig, fokussiert und ungewöhnlich praxisorientiert. Inszeniert Satoshi KuwataDie Eröffnung des neuen Ateliers erfolgte damit, dass Kuwata den Laufsteg selbst erzählte, jeden Look so besprach, wie er erschien, während er bei einigen Models Kleidungsstücke physisch hinzufügte und anpasste. Mäntel wurden gefaltet, neu befestigt und am Körper umgeformt, in Taschen verwandelt oder in neue Silhouetten umgewandelt, die von Anfang an einen praktischen Akzent setzten.
Oberbekleidung prägte die Herren- und Damenkollektion. Eckige Mäntel mit eingeschobenen Armlöchern schufen skulpturale, schützende Formen, die an arktische Überlebenskleidung angelehnt waren, ohne wörtlich zu werden. Nadelstreifenschneider prägen die Show mit Präzision, oft gepaart mit oberschenkelhohen Stiefeln, die die Beinlinie verlängern und die Silhouette schärfen.
Die Palette blieb gedämpft und kontrolliert, so dass Schnitt und Konstruktion im Mittelpunkt standen. Durch freiliegende Nähte und unterbrochene Volumen trat eine subtile Dekonstruktion auf, aber die Kleidung blieb sauber und gezielt. Gelegentlich schillernde Oberflächen erinnerten an Tierhäute und Schutz vor extremen Wetterbedingungen und verwiesen auf eine ruhige, moderne Art auf Grönland.
Als die Erzählung verstummte und die Show in einen gleichmäßigen Rhythmus überging, wurde die Stärke der Sammlung deutlich. Bei AW26 ging es um Präzision und Anpassungsfähigkeit, mit Kleidungsstücken, die so gestaltet sind, dass sie ihre Funktion verändern, ohne an Klarheit zu verlieren. Es war ein klarer Beweis dafür, was Setchu am besten kann: intelligente, durchdachte Kleidung, bei der Verschleiß und Konstruktion im Mittelpunkt stehen.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Setchu.



