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Pakistan ist Gastgeber historischer persönlicher Gespräche zwischen den USA und dem Iran: NPR

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Pakistan ist Gastgeber historischer persönlicher Gespräche zwischen den USA und dem Iran: NPR

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad trafen sich Vertreter der USA und des Iran, um über ein mögliches Ende des Krieges zu diskutieren, der weite Teile des Nahen Ostens erfasst hat.



ROB SCHMITZ, MODERATOR:

Wir wenden uns dem neuesten Stand des Iran-Krieges und den historischen Friedensverhandlungen zu, die heute in Pakistan stattfanden. Eine amerikanische Delegation traf sich mit Beamten aus dem Iran zu den ersten hochrangigen Friedensgesprächen seit Beginn des Konflikts vor sechs Wochen. Ich habe mit der Reporterin Betsy Joles gesprochen. Sie ist in Islamabad bei der dortigen Konferenz, wo diese Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran stattfinden. Ich begann mit der Frage, wie der Tag verlaufen sei.

BETSY JOLES: Beide Seiten trafen sich also zunächst getrennt mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif, und erst heute Abend, in Islamabad, bestätigte das Weiße Haus, dass sie sich endlich gegenüber saßen, um miteinander zu reden. Und diese Gespräche wurden streng kontrolliert und hatten nur sehr wenig Zugang zur Presse, und die Details, die aus diesen Besprechungsräumen durchsickerten, waren schwer zu bestätigen.

Wir haben also festgestellt, dass beide Seiten offen dafür zu sein scheinen, einen Weg zu finden, diesen Krieg zu beenden, aber die Frage ist, wie weit eine der beiden bereit ist, Kompromisse einzugehen, um dies zu erreichen. Und die meiste Zeit des Tages war nicht einmal sicher, ob sich die Unterhändler aus den USA und dem Iran überhaupt persönlich treffen würden. Und wir warten immer noch darauf, zu erfahren, ob die Nacht eine Lösung bringen wird oder ob sich diese Diskussionen bis in die nächsten Tage hineinziehen werden.

SCHMITZ: Erinnern Sie uns also an die möglichen Knackpunkte hier.

JOLES: Die Knackpunkte sind also Sanktionen. Iran möchte, dass die Sanktionen aufgehoben und Angriffe auf seine Verbündeten wie die Hisbollah im Libanon gestoppt werden. Aber natürlich, Rob, Israel ist hier der Schlüsselfaktor. Sie verübten Angriffe im Libanon, nachdem Anfang dieser Woche das erste Waffenstillstandsabkommen bekannt gegeben wurde.

Und alle Iraner wollen das Recht, Uran für sogenannte friedliche Zwecke anzureichern. Das könnte hier ein weiterer Deal-Breaker sein, zusammen mit der Frage, wer die Straße von Hormus kontrolliert. Und in letzter Zeit schien sich Trump vor allem um diese nukleare Forderung und den Zugang zur Meerenge zu kümmern, deren Wiedereröffnung Iran in seiner Waffenstillstandsankündigung zugestimmt hatte. Das ist nicht passiert.

SCHMITZ: Wissen Sie, wenn wir über Orte für Friedensgespräche sprechen, denken wir oft an Orte wie Genf oder Wien. Wie ist Pakistan zu einem Ort geworden, an dem diese Gespräche geführt werden können?

JOLES: Du hast recht. Pakistan wird bei geopolitischen Konflikten nicht oft mit Neutralität in Verbindung gebracht, aber in diesem Fall scheint es gut zu passen. Es unterhält gute Beziehungen sowohl zu Donald Trump als auch zu den Iranern und genießt die Unterstützung seines engen Partners China.

SCHMITZ: Richtig. Und was hat es wohl für Pakistan zu bieten, diese hochriskanten, Sie wissen schon, diplomatischen Veranstaltungen wie diese auszurichten?

JOLES: Natürlich will auch Pakistan etwas davon haben. Sie möchten, dass der Waffenstillstand aus wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Gründen aufrechterhalten wird. Je länger der Stillstand anhält, desto größer wird natürlich der Schaden für die pakistanische Wirtschaft, die schon seit einiger Zeit nicht mehr in guter Verfassung ist. Und da ist noch etwas, Rob: Pakistans internationales Ansehen könnte davon wirklich profitieren. Ich habe mit Daniel Markey vom Simpson Center in Washington, D.C. gesprochen und das hat er gesagt.

DANIEL MARKEY: Wenn wir uns ein Jahr zurückversetzen und fragen würden: Glauben Sie, dass Pakistan für die US-Diplomatie in der Welt relevant, willkommen, wichtig oder sogar von zentraler Bedeutung sein wird, wären Sie ausgelacht worden.

JOLES: Die enge Beziehung zwischen Präsident Trump und dem pakistanischen Premierminister und Armeechef hat also sicherlich eine große Rolle dabei gespielt, dass Pakistan zumindest in den Augen der USA wieder an Bedeutung gewinnen kann. Aber vergessen wir nicht, dass es in einer Region mit seinem Rivalen Indien konkurriert, das bis vor Kurzem den USA viel näher stand als Pakistan. In der vergangenen Woche haben viele indische Analysten die Frage gestellt: Warum Pakistan und nicht Indien?

SCHMITZ: Wie lange werden diese Gespräche voraussichtlich dauern und wie lange ist Pakistan bereit, daran beteiligt zu bleiben?

JOLES: Was mir bei all dem immer wieder betont wurde, ist, dass Pakistan viele Hebel hat, die es in diesem Konflikt betätigen kann. Und das liegt zum Teil daran, dass es mit seinen militärischen und zivilen Führern über diesen einzigartigen, „hybriden“ Aufbau verfügt. Daher war der Armeechef maßgeblich an diesen Gesprächen beteiligt, und Analysten sagten mir, dass auch der nationale Sicherheitsberater, der zufällig auch der Geheimdienstchef des Landes ist, beteiligt war. Dies zeigt, dass Pakistan auf lange Sicht dabei ist, und wir müssen sehen, ob die USA und der Iran Anzeichen dafür zeigen, dass sie über das gleiche Durchhaltevermögen verfügen.

SCHMITZ: Na ja, wir werden weiter beobachten. Das ist die Reporterin Betsy Joles in Islamabad. Danke, Betsy.

JOLES: Danke, Rob.

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Genauigkeit und Verfügbarkeit von NPR-Transkripten können variieren. Der Transkripttext kann überarbeitet werden, um Fehler zu korrigieren oder Aktualisierungen an den Ton anzupassen. Audio auf npr.org kann nach der ursprünglichen Ausstrahlung oder Veröffentlichung bearbeitet werden. Die maßgebliche Aufzeichnung der NPR-Programme ist die Audioaufzeichnung.

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