Miguel Castro Freitas kommt zur Geltung Muggel. Sein Debüt im September ließ sich von der Vorliebe der Marke für Nightcrawler-Glamour leiten: Denken Sie an Latex-Bleistiftröcke und geformte Anzüge mit Sanduhr-Taillen; Femme-fatale Wildheit. Seit seiner Ankunft im Haus denkt er über die Klischees des Power-Dressings und die Säulen des Mugler-Imperiums nach. Bei seinem zweiten Einsatz drehte Freitas noch einen Gang höher. Sein besonderes Interesse galt der Fetischisierung von Militärkleidung durch Manfred Thierry Mugler. Heute repräsentieren diese Uniformen korrupte Kräfte, die weltweit Chaos und Aufruhr verursachen. „Letztendlich möchte diese Show anerkennen, dass Selbstermächtigung das stärkste Gegenmittel zur Klarheit gegen die Unterdrückungskräfte und das graue politische Klima ist, das uns in diesem Moment umgibt“, schrieb der Designer in seinen Shownotizen.
Und so kamen seine Musen in ledernen Militärhemden und -jacken mit Schulterklappen, die an den massigen, megabreiten 80er-Jahre-Schultern klebten. Sie waren in blassem Rosa sowie neonblauen und gelben Tönen gehalten und wurden oft mit messerscharfen Bleistiftröcken getragen, was dem Look eine „Leg dich nicht mit mir an“-Attitüde verlieh. Mehr Linebacker-Proportionen waren in tollen Zick-Zack-Trikots zu sehen, die über engen Anzughosen getragen wurden, und einem schimmernden Kleid, das sich um den Körper schlängelte, bevor es in einen plissierten, schmalen Saum überging. Freitas hatte alle von Joan Crawford bis hin zu Jeanne d’Arc auf seinem Moodboard, als er sich seine knallharte Truppe vorstellte. Ihre Garderobe, die auf strengen Silhouetten und einer herrlichen Schar kontrastierender Farbtöne basiert, sorgte für einen der spektakulärsten Momente in Paris. Freitas‘ Mugler nimmt Gestalt an.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Mugler.



