Schauen wir uns noch einmal die Auswirkungen der Osmose auf die Kultur an – auf die Art und Weise, wie sie sich bewegt und anpasst – Foday Dumbuyaist AW26 Lippe Die Sammlung trieb die Idee weiter voran. Er baute insbesondere auf der klanggeführten Erkundung der letzten Saison auf, bei der Musik und mündliche Überlieferung als die erste Art der Fortbewegung in der Kultur dargestellt wurden. Doch dieses Mal wandte er sich Textilien als physischen Beweis dieser Bewegung zu.
Die Kollektion mit dem Titel „Threads of Osmosis“, die in einem kunstvollen Ballsaal in der One Great George Street präsentiert wurde, stellte die britische Schneiderkunst in den Mittelpunkt: strukturierte Mäntel, zweireihige Anzüge und elegante Hosen, die als Rahmen für Stoffe mit Wurzeln in Westafrika, Asien und ganz Europa dienen. Es ging nicht um Nostalgie. Es ging darum, wie Stoff Migration durch Webart, Motiv und Schnitt aufzeichnet und wie diese Geschichten sichtbar in einer Savile Row-codierten Silhouette verankert werden können.
Einige der ausdrucksstärksten Looks waren aus einem wunderschön schillernden Stoff gefertigt, dessen Farbe unter den Lichtern subtil zu wechseln schien und einer Art Patchwork aus zusammengenähten Weltkarten ähnelte. In maßgeschneiderten Mänteln und entspannten Zweiteilern wirkte es eher gewollt und modern als dekorativ. Die Kollektion machte es deutlich: Textilien schmücken den Körper nicht nur, sie dokumentieren ihn. Dumbaya weiß genau, wie man diese Geschichte in etwas Anschauliches und Tragbares umwandelt.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Labrum.



