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Das Argument dafür, Kleidungsstücken einen Reisepass zu geben

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Das Argument dafür, Kleidungsstücken einen Reisepass zu geben

Die Modebranche produziert rund 100 Milliarden Kleidungsstücke jedes Jahr, und fast niemand kann uns sagen, wohin sie alle gehen. Sobald ein Kleidungsstück hergestellt ist, verschwindet es auf dem Markt, was die Schritte, die unternommen wurden, um das Kleidungsstück dorthin zu bringen, verschleiert, aber den auf dem Weg entstandenen Schaden nicht beseitigt. Marken haben oft Schwierigkeiten, grundlegende Fragen zu ihren eigenen Produkten zu beantworten: Wo wurde es hergestellt? Woraus besteht es? Wie viel Kohlenstoff bzw. Wasser hat es verbraucht? Wer hat es genäht und unter welchen Bedingungen? Kann es wiederverwendet werden oder landet es auf der Mülldeponie?

Jetzt bereitet sich die Europäische Union darauf vor, Antworten in einem weitreichenden Schritt hin zu mehr Branchentransparenz vorzuschreiben. Im Rahmen der bevorstehenden Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte, die 2027 in Kraft treten soll, muss jedes in den EU-Mitgliedstaaten verkaufte Kleidungsstück einen digitalen Produktpass tragen: eine scanbare Aufzeichnung, die den gesamten Lebenszyklus eines Artikels nachverfolgt. „Wenn wir weniger Auswirkungen auf den Klimawandel haben wollen, muss der Mode- und Textilsektor Teil der Lösung sein“, sagte Lars Fogh Mortensen, Experte für Kreislaufwirtschaft, Konsum und Produktion bei der Europäischen Umweltagentur. „Mit digitalen Produktpässen soll versucht werden, den Schaden zu reduzieren.“

Die Details werden noch ausgearbeitet, aber die Idee ist, dass jeder Reisepass eine Fülle wichtiger Daten über Materialbeschaffung, Chemikalien, Wasser- und Energieverbrauch sowie den CO2-Fußabdruck enthalten würde. Scannen Sie einen QR-Code und Sie können genau sehen, woraus Ihre Kleidung besteht und wie weit sie gereist ist. „Es ist wichtig, dass der digitale Pass den gesamten Lebenszyklus abdeckt“, sagte Mortensen. „Wir müssen sehen, wo es landet, aber aus inhaltlicher und analytischer Sicht sollte es so umfassend wie möglich sein.“

Die EU ist noch dabei, die Einzelheiten ihrer Produktpass-Gesetzgebung zu finalisieren, aber die Auswirkungen könnten laut Mortensen global sein. Wenn Marken für den Zugang zur EU strenge Qualitäts- und Transparenzstandards erfüllen müssen, wenden viele die gleichen Praktiken woanders möglicherweise standardmäßig an. Manche sehen darin einen Wendepunkt für die Rückverfolgbarkeit in der Mode. Andere sind noch nicht überzeugt.

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