Female Trouble ist der Name Chloéist die Pre-Fall-Kollektion 2026, und das zu Recht. Durch eine Untersuchung von Gewohnheiten, Instinkten und den alltäglichen Entscheidungen, die Frauen beim Anziehen treffen, Kreativdirektorin Chemena Kamali untersucht, wie sich im Laufe der Zeit Stück für Stück ein persönlicher Stil entwickelt. Das Lookbook wurde von einem in Schottland geborenen Fotografen fotografiert Mark Keanversetzt die Chloé-Frauen in eine Reihe porträtierter Momente, die eher intim als inszeniert wirken und sie mitten in der Geste und mitten im Gedanken einfangen.
Kamalis Fokus liegt auf Kleidung, die problemlos in jede bestehende Garderobe passt. Es gibt stückgefärbten Denim und weiche Arbeitskleidung, getragen mit drapierten baskischen Ledergürteln, die hoch auf der Taille sitzen und die Proportionen neu kalibrieren. Fließende Blusen und Spitzen-Dessous-Oberteile sorgen für Transparenz, während verkürzte Lederjacken die Silhouette schärfen. Strickwaren sind weich, aber architektonisch und werden oft durch breite Maxi-Gürtel modelliert, die das Volumen eher in den Fokus rücken, als es zu verflachen.
Farben werden mit Zuversicht eingesetzt: Rosa- und Pistazienpastelle stehen neben Saphir-, Bernstein- und kräftigen Primär- und Schwarztönen und bilden einen Kontrast zu Chloés bekannten Nude- und Ecru-Tönen. Das Ergebnis fühlt sich gelebt, aber gewollt an. Nichts sieht überarbeitet aus, aber jeder Blick trägt Absicht. Hier verfeinert Kamali die Hauscodes durch die Linse echter Kleidung – sinnlich, praktisch und ruhig selbstbewusst, ohne zu versuchen, daraus ein Spektakel zu machen.
Fotografie von Mark Kean.


