Bei Geschnitzt AW26, herauskam eine bestimmte Art von Pariserin – gelassen, selbstbewusst und mit einer ruhigen, einstudierten Lässigkeit. In allem steckte Absicht. Diese unbekümmerte Haltung, aber geschärft durch die Disziplin des Designdirektors Mark Thomas „einheitliche Schneiderei“ genannt.
Es gab Oberteile und Kleider mit abgerundeten, fast kugelförmigen Schultern und Mäntel, die mit dünnen Ledergürteln zusammengehalten wurden, um der Silhouette Struktur zu verleihen, ohne dabei streng zu wirken. Getäfelte Kleider und Blusen spiegelten diese skulpturalen Kurven wider, eine Anspielung auf die Couture der 1950er Jahre, während origamiartige Röcke und ein wie Zettel zusammengefügtes Kleid Thomas zeigten, wie er mit Konstruktionen spielte.
Andernorts milderte sich die Stimmung. Satin-Slips, die unter transparenten Mesh-Slips geschichtet waren und manchmal von einer einzelnen Schulter rutschten, vermittelten einen zurückhaltenden Hauch von Boudoir. Ein auffälliges, gesmoktes Bronzekleid hüpfte bei jedem Schritt leicht. Strukturierter Strick erschien mit Fransen oder Volants, während Mäntel, Kleider und Schals mit Fransen aus der Sprache der Innenräume – Teppichen, Vorhängen, Decken – herausgelöst und in Bewegung umgesetzt wirkten.
Die Palette blieb gedämpft: Burgunderrot, Eisblau, Marineblau, Graumergel, Armeegrün, Hellbraun, Creme, Schwarz und Aubergine. Die Kollektion ist kontrolliert, aber nicht starr und balanciert zwischen Struktur und Intimität – Kleidung für eine Frau, die eindeutig irgendwohin geht und sich mit Sinn und Zweck kleidet.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Carven.



