Bei Vivienne Westwood, Andreas Kronthaler betitelte sein neuestes Album Catch the Rhythm! Lass uns gehen! – die 21. Kollektion, die er für das Haus entworfen hat und wie immer eine Mischung aus Unfug, Erinnerung und ein wenig erotischem Chaos.
Drei Musen geben den Ton an. Zuerst war Romy Schneiderdie österreichische Filmlegende, deren furchtlose, formverändernde Karriere sich in einer Reihe von Charakteren auf dem Laufsteg widerspiegelte, deren glitzerndes Make-up auf ihre vielen Gesichter auf der Leinwand hinwies. Das Risiko zeigte sich auch in der Kleidung: experimentelle Kleider mit rauen, offenen Nähten, die sich unvorhersehbar um den Körper drehten und drapierten und manchmal locker hingen, als wären sie mitten im Bau.
Dann kam eine Portion filmisches Kostüm Danilo Donati und seine Arbeit an Die Canterbury-Geschichten. Dieser Einfluss kam in Looks zum Vorschein, die sich halb mittelalterlich, halb anarchisch anfühlten – mit Bändern zusammengebundene Kittelkleider, gewickelte und hängende Stoffe aus rohen Stoffen und ein abschließender Brautmoment, gekrönt von einem skulpturalen Kopfschmuck.
An anderer Stelle war die Garderobe bewusst unkonventionell. College-Blazer, Smokings und Wintermäntel konkurrierten mit Streifen und unerwarteten Farbmischungen, die nie ganz aufeinander abgestimmt waren. Die Schultern waren unter Pullovern und Mänteln bis zum Äußersten gepolstert, während erotische Unterwäsche – Strapsgürtel, BHs und Strümpfe – durchschimmerte.
Auf einen Soundtrack eingestellt von Junge George und Kinky Roland fühlte sich die Show so an, als würde Kronthaler das tun, was er am besten kann: die Dinge spielerisch halten, auch wenn er die Last der Vergangenheit des Hauses trägt.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Andreas Kronthaler für Vivienne Westwood.



