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Heute gab Amazon bekannt, dass es die Vision eines technologieorientierten Lebensmittelgeschäfts, das es vor fast einem Jahrzehnt erstmals vorgestellt hatte, endgültig aufgegeben hat.
In einer Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, dass es seine physischen Geschäfte Amazon Go und Amazon Fresh schließen werde. Die Ankündigung markiert das Ende einer Initiative, die mit hohen Ambitionen begann. Nach der Eröffnung seines ersten Ladens plante Amazon, landesweit bis zu 2.000 Standorte zu eröffnen und mit bis zu drei verschiedenen Ladenformaten zu experimentieren.
Als im Oktober 2016 das erste Amazon Go in der Innenstadt von Seattle eröffnet wurde, fühlte sich die Idee wirklich futuristisch an. Ein Lebensmittelgeschäft, in dem man reingehen, sich ein Sandwich und einen Liter Milch holen und wieder rausgehen konnte, ohne jemals mit einer Kassiererin zu reden oder die Brieftasche zu zücken, schien ziemlich cool zu sein. Aus technologischer Sicht waren die Computer-Vision-Systeme und die KI, die das Erlebnis ermöglichten, für die damalige Zeit beeindruckend.
Beeindruckend oder nicht, das Konzept hat bei den Verbrauchern nie wirklich Anklang gefunden. Ein Teil des Problems bestand darin, dass sich der Einkauf bei Amazon Go in der Praxis immer etwas seltsam anfühlte. Wenn man rausging, ohne jemals zu bezahlen, fühlte es sich an, als hätte man etwas falsch gemacht, auch wenn man wusste, dass das nicht der Fall war.
Ich glaube schon, dass die Verbraucher weniger Reibungsverluste wünschen und es zu schätzen wissen, nicht in der Schlange stehen zu müssen. Aber im Nachhinein kann man sich fragen, ob wir jemals so in Eile waren, dass wir einen einfachen Self-Checkout-Prozess mit Computer Vision und Tap-to-Pay nicht tolerieren konnten.
Ich glaube nicht, dass wir es damals waren, und ich glaube auch nicht, dass wir es heute sind. Heutzutage nimmt Computer Vision im Einzelhandel zu, aber die Formate, die an Bedeutung gewinnen, sehen ganz anders aus. Anstatt den Checkout vollständig zu eliminieren, handelt es sich bei den Gewinnermodellen im Wesentlichen um bessere Versionen des Self-Checkout. Systeme wie Mashgin sowie Smart-Cart-Anbieter wie Shopic und Caper finden echte Akzeptanz, indem sie die Dinge beschleunigen, ohne dass sich das Erlebnis unnatürlich anfühlt.
Amazon wird seinerseits weiterhin in Whole Foods investieren. Das Unternehmen gab heute bekannt, dass es die Eröffnung weiterer 100 Standorte plant. Ich gehe davon aus, dass Amazon dort mit High-Tech-Kassenexperimenten zurückhaltender sein wird. Die kulturelle Passung zwischen Whole Foods und der dichten Anordnung von Kameras und Personenerkennungstechnologien hat sich schon immer etwas seltsam angefühlt.
Das Fazit lautet: Amazons Rückzug aus dem physischen Einzelhandel außerhalb von Whole Foods, bei dem es sich eher um eine Akquisition als um ein intern entwickeltes Konzept handelte, ist weitgehend abgeschlossen. Amazon Books, Amazon Go, Amazon Fresh, Amazon Style. Alles geht, oder schon weg.



