Demonstranten halten Plakate bei einer kleinen Demonstration von Ukrainern, Russen und Kenianern gegen die russische Invasion in der Ukraine vor der russischen Botschaft in Nairobi, Kenia, am 26. Februar 2022.
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NAIROBI, Kenia – Ein neuer kenianischer Geheimdienstbericht besagt, dass 1.000 Kenianer rekrutiert wurden, um in der Ukraine für Russland zu kämpfen, nachdem sie mit falschen Versprechungen über Arbeitsplätze in Russland in die Irre geführt wurden, bevor sie an die Front geschickt wurden.
Der Bericht wurde dem Parlament am Mittwoch vom Parlamentsvorsitzenden Kimani Ichung’wah vorgelegt, der russische Botschaftsbeamte beschuldigte, mit Arbeitsvermittlungsagenturen zusammenzuarbeiten, um Kenianern vorzutäuschen, sie würden in Russland qualifizierte Arbeitsplätze erhalten. Er sagte, die russischen Botschaftsbeamten hätten ihnen Touristenvisa ausgestellt.
Die russische Botschaft in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wies die Vorwürfe zurück und erklärte am Donnerstag in einer Erklärung, dass sie niemandem, der nach Russland reisen wollte, um in der Ukraine zu kämpfen, Visa ausgestellt habe. Es fügte hinzu: „Die Russische Föderation schließt Bürger anderer Länder nicht aus, sich freiwillig den Streitkräften anzuschließen.“
Ichung’wah teilte dem Parlament mit, dass aus dem Bericht des National Intelligence Service hervorgehe, dass 89 Kenianer an vorderster Front standen, 39 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, 28 im Einsatz vermisst würden, andere nach Hause zurückgekehrt seien und mindestens einer als tot bestätigt worden sei. Der Bericht enthält auch Einzelheiten zu den Personalvermittlungsagenturen, die angeblich Kenianer nach Russland gebracht haben.
Er warnte davor, dass alle kenianischen Beamten, die in der Botschaft des Landes in Moskau arbeiten, zur Verantwortung gezogen würden, wenn sich herausstellte, dass sie an dem Plan beteiligt waren.
Dutzende kenianische Familien haben in den letzten Wochen die Regierung aufgefordert, in Russland gestrandete Angehörige zurückzuholen, von denen einige angeblich zum Kampf an der Front gezwungen wurden und andere als Kriegsgefangene in der Ukraine festgehalten wurden.
In das Land zurückgekehrte kenianische Rekruten berichteten, dass ihnen qualifizierte Arbeitsplätze wie Elektriker und Klempner versprochen wurden. Sie sagen, sie hätten in russischer Sprache verfasste Verträge unterzeichnet und seien ohne oder mit geringer militärischer Ausbildung in die Schlacht geschickt worden.
Das kenianische Außenministerium hatte das Problem bereits zuvor erkannt und die Bürger zur Vorsicht aufgefordert.
Zwei Personalvermittler wurden letztes Jahr festgenommen und gegen Kaution freigelassen, während sie auf ihren Prozess warten.





