Das Abendessen war nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Als wir zurückkamen, strahlte der Speisesaal – die Kerzen flackerten, die Tische waren besetzt, die Atmosphäre war lebhaft, aber nie überwältigend. Intim, gesellig, als würde man zu jemandem nach Hause eingeladen, der zufällig außergewöhnlich gut kocht.
Die Speisekarte machte es nicht einfach. Natürlich habe ich zu viel bestellt. Ich bin Grieche – was hast du erwartet? Wir begannen mit einer Reihe von Snacks und Amuse-Bouche: Miso-Madeleines mit Sesam, ein Tomaten-Canelé mit Tomatenmarmelade, Paprika-Kartoffel-Puffs und das Woodcote-Laib mit hausgemachter Butter sowie ein Pilz-Velouté mit eingelegten Karotten und Roggenbrösel. Ein mutiger, geschmacksintensiver Auftakt. Vor allem die Miso-Madeleines waren hervorragend – sie meisterten perfekt die Grenze zwischen süß und herzhaft. Und die Butter? Gefährlich. Löffelwürdig.
Es folgten Vorspeisen: in Grüntee eingelegter Seelachs mit Muschel-Velouté und Tempura-Muscheln; langsam gegarter Schweinebauch mit Speckmarmelade, Blutwurst, Apfelterrine und Schokoladengelee; und ein Hirschtatar mit eingelegter Trauben- und Holzkohleemulsion. Ja, das liest sich nach viel – und das war es auch –, aber jedes Gericht wurde geliefert. Der Schweinebauch stach heraus: unglaublich zart, reichhaltig, ohne überwältigend zu wirken, das Fett wirkte eher sehr aromatisch als schwer. Großes Lob von jemandem, der es normalerweise ganz vermeidet.
Als Hauptgericht entschieden wir uns für pochierten Heilbutt mit Miso-Pilzen, Topinambur und Kombu sowie Lendenstück vom Sussex-Rind mit geschmorter Jakobsleiter und Linsenpüree. Der Heilbutt war außergewöhnlich – zart, duftend, präzise zubereitet, das Miso verleiht Tiefe, ohne zu aufdringlich zu sein. Mit Sicherheit eines der besten Fischgerichte, die ich je gegessen habe.
Es überrascht nicht, dass man beim Dessert nicht mit Zurückhaltung vorging. Joghurtkuchen mit Fenchelsorbet, Apfelkompott und weißem Schokoladenchip; Schokoladencreme mit gebrannter Ananas und Vanilleeis; und eine Auswahl an Sussex-Käsesorten. Übermäßig? Vielleicht. Es lohnt sich? Vollständig. Das Fenchelsorbet war die Offenbarung – kühl, leicht süß, unerwartet komplex. Ein Herausragender in einer Reihe von Herausragenden.



