In dieser Saison Julian Klausner brachte das Modepaket zurück in die Schule – im wahrsten Sinne des Wortes und im übertragenen Sinne. Inszenierung der Show im Lycée Carnot, einer örtlichen High School, die derzeit die Semesterferien besucht, sein AW26 Trocknet Van Noten Die Kollektion nahm klassische akademische Codes auf – Blazer, Krawatten, Baseballhemden – und fügte ihnen ausdrucksstarke Karos und Oma-Blumenmuster hinzu. Aber es bot auch eine Ausbildung in Antwerpens „Schatzkiste“ aus dem 16. Jahrhundert: flämische Gemälde von Pfirsichen, Tulpen und flatternden Insekten, deren flüchtige Schönheit in jeden Look eingearbeitet war.
Klausner war zufällig auf zwei Stilllebengemälde aus den 1680er Jahren gestoßen – Zwei Pfirsiche und ein Schmetterling auf einem Steinsockel Und Blumen und Insekten – und verarbeitete sie zu Drucken, die eher wie Elstercollagen als wie Museumsstücke wirkten. Die Blumen waren nicht zuckersüß, sondern leicht aufgebläht, manchmal pixelig, manchmal so scharf, dass sie wie bestickt aussahen. Aus der Ferne sah es primitiv aus, aus der Nähe löste es sich auf.
Die Silhouette war vertikal und zielstrebig, geerdet in Stiefeln mit klobigem Absatz. Blazer bildeten das Rückgrat – einige waren mit kontrastierenden Besätzen für einen grafischen Akzent versehen, andere wurden in der Taille gerafft, um den Bezug zur Schuluniform zu unterstreichen. Es gab Versionen mit Wappen, Reisetaschen, Bomberjacken und Jeansjacken, die mit fast angemessener Präzision geschnitten waren, aber mit einem rebellischen Touch gestylt waren. Hohe Rüschenkragen lugten unter den Strickwaren hervor, als ob in letzter Minute eine strenge Kleiderordnung geändert worden wäre.
Karos gab es in Hülle und Fülle – Spielplatzkaros in Kontrastfarben in Primärfarben oder in gegensätzlichen Farbkombinationen geschnitten und zusammengeflickt. Diese Oma-Blumenmuster zogen sich über Kleider und Mäntel und wurden gelegentlich von Falten durchschnitten, sodass sie sich bei Bewegung bewegten.
Ein Spoken-Word-Soundtrack der belgischen Künstlerin Gala Dragot spiegelte den inneren Monolog eines Teenagers wider und unterstrich Klausners Standpunkt. Es ging um den Moment dazwischen, in dem Kleidung einen genauso prägt wie man selbst. Uniformen ja, aber maßgeschneidert. Keine Nostalgie, eher der Nervenkitzel des Werdens.
Fotografie mit freundlicher Genehmigung von Dries van Noten.



