VPNs standen noch nie einer größeren Prüfung gegenüber. Im vergangenen Jahr hat die Branche starkem Druck standgehalten und gleichzeitig Menschen dabei geholfen, die Altersüberprüfung zu umgehen, Streamern geografische Beschränkungen zu überwinden und Demonstranten dabei zu helfen, Blockaden in sozialen Medien zu umgehen.
Wird sich im Jahr 2026 etwas ändern? Es sieht unwahrscheinlich aus.
Das größte Dilemma des Jahres 2026
Die Altersüberprüfung dürfte ein bestimmendes Thema des Jahres werden. Da die meisten Länder weiterhin Prozesse implementieren, die durch die Verwendung eines VPN umgangen werden können, werden diese Datenschutztools bis weit ins Jahr 2026 hinein für Gesprächsstoff sorgen.
Das größte Dilemma für Regierungen besteht darin, ob sie Kindersicherheitsmaßnahmen auf Geräten so implementieren können, dass VPNs überflüssig werden. Die Zusammenarbeit von SafeToNet mit HMD bietet eine Blaupause für einen solchen Ansatz.
Mit HarmBlock von SafeToNet blockiert das System alle nackten Inhalte auf dem HMD Fuse auf Betriebssystemebene. Da die Sperrung auf dem Gerät selbst erfolgt, funktioniert sie unabhängig davon, ob ein VPN verwendet wird oder nicht.
Regierungen könnten die VPN-Branche selbst ins Visier nehmen.“
Berichten zufolgeDieser Ansatz ist derzeit für die britische Regierung von Interesse. Wenn sich die Maßnahmen zum Schutz von Kindern jedoch weiterhin auf Blockaden auf Netzwerkebene konzentrieren, die durch den Einsatz eines VPN leicht umgangen werden können, könnten Regierungen die VPN-Branche selbst ins Visier nehmen.
Im Vereinigten Königreich und in der EU wurde bereits über VPN-Verbote gesprochen, während Australiens jüngstes Social-Media-Verbot Maßnahmen zur Verhinderung der Werbung für VPN-Dienste als Umgehungsmethode beinhaltete.
Da ein Verbot – oder strengere Beschränkungen – von VPNs für den Gesetzgeber wahrscheinlich einfacher ist als die Einführung von Schutzmaßnahmen auf Betriebssystemebene, ist es möglich, dass VPN-Beschränkungen im nächsten Jahr in verschiedenen Regionen eingeführt werden.
Technologischer Fortschritt
Bei der Diskussion geht es jedoch nicht nur um die regulatorischen Herausforderungen, die VPNs mit sich bringen. Es geht auch um die technologischen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind. Quantencomputing gehört zu den größten Cybersicherheitsthemen der letzten Jahre und wird im kommenden Jahr noch größer.
Ohne Funktionen zur Post-Quantum-Verschlüsselung (PQE) wird die VPN-Verschlüsselung sinnlos sein, sobald Quantencomputing Realität wird. Auch wenn Quantencomputing noch nicht kommerziell verfügbar ist, stellen „Jetzt ernten, später entschlüsseln“-Angriffe eine Bedrohung dar, wenn PQE nicht verwendet wird.
Die VPN-Verschlüsselung wird unbrauchbar gemacht.“
Die meisten Top-VPNs haben bereits Post-Quantum-Verschlüsselung für mindestens eines ihrer Protokolle eingeführt, und 2026 wird voraussichtlich das Jahr sein, in dem der Standard weiter verbreitet wird.
Derzeit sind Surfshark und Proton VPN die beiden größten Namen, die PQE nicht zu ihren Protokollen hinzugefügt haben. Aber beide Anbieter haben es auf ihrer Roadmap für 2026, während Anbieter wie NordVPN und ExpressVPN versuchen werden, ihre Abdeckung auf den gesamten Umfang der angebotenen Protokolle auszuweiten.
Die Post-Quantum-Authentifizierung ist ein weiteres Problem, das nicht ignoriert werden sollte. Die Sicherung des Authentifizierungsprozesses schützt die Verbindung ab dem Moment, in dem sich ein Benutzer anmeldet.
Obwohl dies bei weitem nicht so dringend ist wie PQE, ist die Hinzufügung eines Schutzes zum Authentifizierungsprozess ein großer Schritt in die richtige Richtung, obwohl es unwahrscheinlich ist, dass er sich in den kommenden Monaten weit verbreitet.
Tägliche Verbesserungen
Über diese fortschrittlichen Entwicklungen und Bedrohungen hinaus werden alltägliche Sicherheitsfunktionen auch im Jahr 2026 ein wichtiger Schwerpunkt der Branche sein.
Die VPN-Sicherheit ist die beste, die es je gab. Protokolle wie NordLynx haben Schwachstellen in WireGuard behoben, Anbieter wie NymVPN oder ObscuraVPN verfügen über neue Verbindungsmethoden, die für mehr Privatsphäre sorgen, und die gesamte Branche hat damit begonnen, fortschrittliche Protokolle wie OpenVPN DCO oder QUIC-Verschleierung einzuführen.
Da die meisten dieser grundlegenden Schwachstellen inzwischen behoben sind, können Unternehmen in die Entwicklung alltäglicher Sicherheitstools investieren.
Die VPN-Sicherheit ist die beste, die es je gab.“
Funktionen wie Threat Protection Pro von NordVPN und die Warnungen zu persönlichen Daten von Surfshark werden schnell zu wichtigen Unterscheidungsmerkmalen bei der Auswahl eines Anbieters. Und obwohl sie immer fortschrittlicher werden, gibt es noch viel Spielraum für die Verbesserung bestehender Tools.
Laut unseren Tests ist beispielsweise Threat Protection Pro von NordVPN die beste verfügbare VPN-Bedrohungsschutzsoftware. Der volle Funktionsumfang steht jedoch immer noch nur auf Computern zur Verfügung und es ist noch lange nicht so effektiv wie die allerbesten Antiviren-Tools.
Da die Sicherheit im Alltag aufgrund der zunehmenden Zahl von Datenschutzverletzungen immer wichtiger wird, wird die Verbesserung dieser Sicherheitstools außerhalb des VPN im Laufe des Jahres 2026 zweifellos an Bedeutung gewinnen.
Wenn VPN-Anbieter drei Dinge erreichen können – gesetzliche Beschränkungen überwinden, den Post-Quantum-Schutz verbessern und ihre zusätzlichen Sicherheitsfunktionen verbessern – werden sie nicht nur sicherer als je zuvor, sondern auch nützlicher für uns alle.
Das nächste Jahr wird vielleicht kein Jahr der auffälligen, revolutionären VPN-Einführungen sein, aber ihr neu entdecktes Rampenlicht könnte sie zu Höhen führen, die sie umso lohnenswerter machen.
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