Die frühen Tage von AIDS – und der damit einhergehenden homophoben Boshaftigkeit – bestanden aus einer Art weitverbreiteter Verwüstung, die für diejenigen, die sie nicht erlebt haben, nahezu unvorstellbar ist. Es macht also Sinn, dass der Filmemacher Diego Céspedes diese Ära in seinem Spielfilmdebüt durch eine surreale Linse darstellt. Der geheimnisvolle Blick des Flamingos. Der Film, den Pressematerialien als modernen Western beschreiben, spielt 1982 in einer abgelegenen chilenischen Bergbaustadt, in der zwei scheinbar gegensätzliche Gemeinschaften leben: eine Gruppe alleinstehender Männer, die in der Arbeiterstadt leben, und ein Haus von Transfrauen-Drag-Darstellern unter der Leitung von Mama Boa, die ein 11-jähriges Mädchen namens Lidia aufgenommen haben. Als eine mysteriöse „Seuche“ beginnt, die Männer der Stadt zu infizieren, verbreitet sich der Mythos, dass die Krankheit durch einen einzigen Blick verbreitet wird, wenn sich ein Mann in einen anderen verliebt; Natürlich wird Lidias Familie zum Sündenbock gemacht und das Mädchen strebt nach Rache.
„Diese queere Gemeinschaft baut ihre eigene Welt auf, die sowohl voller Gewalt als auch Zärtlichkeit ist“, sagte Céspedes in den Pressemitteilungen zum Film. „Sie ignorieren die Regeln der Außenwelt. Sie kämpfen, wenn es nötig ist, und lieben, so viel sie können. Die Bergleute, die sie konfrontieren und bekämpfen, tanzen am Ende mit ihnen. Das Dorf stirbt, die Menschen sterben. Sie haben fast nichts – weder materiell noch emotional – also können sie sich genauso gut an dem Wenigen erfreuen, das ihnen noch bleibt. Das ist es, was ihnen klar wird.“
In diesem exklusiven Clip aus dem Film erhalten wir einen Einblick in genau die Dynamik, die Céspedes beschreibt, mit einem Blick auf den jährlichen Miss Alaska-Wettbewerb, der weitaus glamouröser klingt, als er tatsächlich ist. Man hat sofort das Gefühl, dass dies in einer Art Geisterstadt stattfindet, in der nur ein paar Leute im Publikum sitzen. Und doch bestehen die Frauen auf Glamour und Würde – eine Darstellerin trägt einen wunderschönen, aufwendigen Bikini und tanzt, als wäre der Raum voller begeisterter Fans. Die zweite Aufführung scheint sich über die Vorstellung lustig zu machen, dass die Frauen für die mysteriöse Krankheit verantwortlich sind, wobei zwei Darsteller einen Geist „beschwören“, der von einer von ihnen Besitz ergreift, nur um zu sagen: „Verdammte Schwuchteln! Ich habe Mitleid mit euch!“ Parallel zum Beharren der Frauen auf Schönheit angesichts der Verwüstung ist der Clip auch optisch wunderschön, jede Aufnahme ist wunderschön gerahmt und gefärbt.



