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Deutschland bereitet einen massiven Verteidigungsplan vor, um einer potenziellen russischen Bedrohung entgegenzuwirken

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Deutschland bereitet einen massiven Verteidigungsplan vor, um einer potenziellen russischen Bedrohung entgegenzuwirken

Laut einem durchgesickerten 1.200-seitigen Dokument der Bundeswehr setzt Deutschland einen massiven Verteidigungsplan um, um sich auf einen möglichen Krieg mit Russland vorzubereiten, der die Bewegung von bis zu 800.000 NATO-Soldaten durch sein Territorium vorsieht.

Der vor etwa zweieinhalb Jahren ausgearbeitete Operationelle Plan Deutschland (OPLAN DEU) werde nun „auf Hochtouren“ umgesetzt, während deutsche Beamte davor warnten, dass Russland bereits im Jahr 2028 bereit sein könnte, ein NATO-Land anzugreifen, berichtete das Wall Street Journal.

Der Plan soll sicherstellen, dass politische Entscheidungen in einer Krise oder einem Konflikt schnell, verfassungskonform und koordiniert getroffen werden können, um ein schnelles Handeln zu ermöglichen.

Dem Dokument der Bundeswehr zufolge soll OPLAN DEU die „Kaltstartfähigkeit, Kampfbereitschaft und Widerstandsfähigkeit“ Deutschlands an die heutigen Sicherheitsherausforderungen anpassen.

Berichten zufolge verfolgt der Plan einen „ganzheitlichen Ansatz“ und integriert eng zivile und militärische Funktionen. Während sein Konzept an Strategien aus der Zeit des Kalten Krieges erinnert, wurde es aktualisiert, um modernen Herausforderungen wie alternder Infrastruktur, bürokratischen Hürden und Personalmangel Rechnung zu tragen.

Berichten zufolge könnte die Umsetzung des Plans aufgrund veralteter Infrastruktur wie bröckelnder Brücken, enger Tunnel und heruntergekommener Häfen sowie bürokratischer Hindernisse, begrenzter militärischer Kapazitäten und einer schwachen Koordination mit zivilen Behörden eine Herausforderung darstellen.

„Roter Sturm Bravo“

Ende September führte das Landeskommando Hamburg die Übung „Roter Sturm Bravo“ durch, um Truppeneinsätze zu üben. Ein Sprecher sagte Euronews, dass die Übung die simulierte Ankunft von NATO-Streitkräften beinhalten würde, die gemeinsam in einer Kolonne nach Osten vorrücken würden.

Der Trainingskonvoi, der ununterbrochen ohne Unterbrechung fahren sollte, wurde durch große Lücken zwischen den Fahrzeugen, eine simulierte Drohne und einen inszenierten Protest verzögert und legte in zwei Stunden weniger als zehn Kilometer zurück.

In dem durchgesickerten Einsatzplan wird darauf hingewiesen, dass Übungen wie diese zeigen, wie selbst grundlegende Operationen – das Überqueren von Kreuzungen, die Bewältigung von Protesten oder die Abwehr von Drohnen – in einer echten Krise ins Stocken geraten können.

Private Unternehmen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung dieser Herausforderungen im Rahmen von OPLAN DEU. Rheinmetall stellt beispielsweise provisorische Lager zur Verfügung, versorgt Truppen und installiert wichtige Infrastruktur wie Duschen, Tankstellen und Feldküchen.

Einbindung des privaten Sektors

Als eine der größten Bedrohungen nennt OPLAN DEU Sabotage, die sich gegen kritische Infrastrukturen wie Eisenbahnen und Straßen richtet. Diese Angriffe werden manchmal von sogenannten „Low-Level-Agents“ durchgeführt Euronews hat zuvor berichtet.

Der Plan sieht den Einsatz von Drohnen zur Erkennung und Abwehr von Sabotage vor. Die unbemannten Flugzeuge sollen kritische Infrastrukturen – darunter Häfen, Straßen und Eisenbahnen – schützen und potenzielle Bedrohungen frühzeitig erkennen.

Obwohl sie in Kriegszeiten als wesentlich für Logistik und Sicherheit gelten, bleiben technische, rechtliche und organisatorische Herausforderungen bestehen.

Paul Strobel, Sprecher des deutschen Drohnenkonzerns Quantensystemedass an die Bundeswehr verkaufte Drohnen nicht über besiedelten Gebieten fliegen dürfen und gesetzlich mit Positionslichtern ausgestattet sein müssen.

Nach den russischen Drohnenvorfällen in Polen schlug die EU eine sogenannte „Drohnenmauer“ zum Schutz der Ostflanke der NATO vor. Strobel sagte Euronews wie ein solches System in der Praxis funktionieren könnte.

Letzter Sommer des Friedens?

Deutsche Beamte gehen davon aus, dass Russland ab 2029 bereit sein könnte, ein NATO-Land anzugreifen, wobei Sabotageakte, Spionage und andere Vorfälle als potenzielle Warnsignale angesehen werden.

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte kürzlich der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass Russland „trotz des Krieges in der Ukraine zügig Arsenale aufbaut“.

Er wies auch darauf hin, dass ein Angriff auf das Bündnis früher erfolgen könnte. „Militärexperten und Geheimdienste können grob abschätzen, wann Russland seine Streitkräfte so weit aufgestockt haben wird, dass es einen NATO-Mitgliedstaat im Osten angreifen kann“, sagte Pistorius.

„Wir haben immer gesagt, dass dies ab 2029 der Fall sein könnte. Nun vermuten einige, dass es bereits 2028 passieren könnte, und einige Militärhistoriker argumentieren sogar, dass der letzte Sommer der letzte Sommer des Friedens gewesen sein könnte.“

Quelle

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