Der deutsche Schauspieler Udo Kier, ein Filmveteran, dessen vielfältiges Werk von Lars-von-Trier-Tragödien bis hin zu „Ace Ventura: Pet Detective“ und „Blade“ reichte, ist gestorben. Er war 81.
Kier, ein allgegenwärtiger Avantgarde-Filmstar, starb am Sonntagmorgen, wie sein Partner Delbert McBride bestätigte Vielfalt. Eine Todesursache nannte McBride nicht.
Bis zu seinem Tod hatte Kier mehr als 200 Film- und Fernsehauftritte, vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Von Trier. Sie arbeiteten über mehrere Jahrzehnte hinweg mit Unterbrechungen zusammen, beginnend mit „Epidemic“ von 1987 und zuletzt bei Von Triers „Nymphoman“ im Jahr 2013. Kier, unter anderem auch in den Filmen „Dancer in the Dark“ (mit Björk), „Melancholia“ und „Breaking the Waves“, unterstützte Von Trier bei seinen Erkundungen der trostlosesten menschlichen Emotionen.
Neben Von Trier spielte Kier im Laufe seiner Karriere in Filmen einer Reihe anderer berühmter europäischer Filmemacher mit, darunter Werner Herzog, Dario Argento und sein Jugendfreund Rainer Werner Fassbinder.
Kier, der für seine imposante Präsenz und seine durchdringenden blauen Augen bekannt ist, spielte oft ausgefallene und bedrohliche Charaktere in Arthouse-Filmen, darunter den verzweifelten, jungfräulich suchenden Graf Dracula in „Blood for Dracula“ („Andy Warhols Dracula“) von Paul Morrissey aus dem Jahr 1974. Ein Jahr zuvor arbeiteten die Künstler 1973 an „Flesh for Frankenstein“ zusammen. Kier wurde oft als Übernatürlicher besetzt und trat unter anderem in „Blade“ und „Shadow of the Vampire“ an der Seite von Willem Dafoe und John Malkovich auf.
Fast 30 Jahre nach seiner Durchbruchrolle im Kurzfilm „Road to Saint Tropez“ von 1966 spielte der gebürtige Kölner insbesondere in Gus Van Sants Spielfilm „My Own Private Idaho“ von 1991 die Hauptrolle, in dem er sich die Leinwand mit dem jungen Keanu Reeves und dem verstorbenen River Phoenix teilte. Der Film ist zu einem Kultklassiker geworden und erntet Lob für seine Darstellung von Sex und Queerness. Der Spielfilm war einer von 25 Filmen, die für die Aufnahme in den Film ausgewählt wurden Nationales Filmregister der Library of Congress im Jahr 2024.
Obwohl Kier vor allem für seine Arthouse-Rollen bekannt ist, trat er auch in zahlreichen Mainstream-Werken auf, darunter „Ace Ventura: Pet Detective“, „Downsizing“ und „Armageddon“. Zu seinen jüngsten Filmen zählen: „Schwanengesang“ „Bacurau“ und „The Secret Agent“, Brasilien Internationaler Spielfilmbeitrag für die Oscar-Verleihung 2026.
Kier spielte auch in zahlreichen Fernsehprojekten mit, darunter von Triers Fernsehfilm „Medea“, der Horror-Miniserie „The Kingdom“ und den Serien „Scooby-Doo! Mystery Incorporated“, „Pitch Perfect: Bumper in Berlin“ und „Hunters“.
Außerhalb von Fernsehen und Film trat Kier in Musikvideos für Madonna auf („Tiefer und tiefer„Erotica“), den Goo Goo Dolls, Supertramp und Korn und anderen Künstlern. Er lieh seine Stimme auch einer Handvoll Videospielen, darunter „Call of Duty: WWII“, und sollte mit ihnen zusammenarbeiten Hideo Kojima über seinen kommenden „OD“.
Laut Variety wurde Kier am 14. Oktober 1944 in einem Krankenhaus geboren, das während des Zweiten Weltkriegs von alliierten Streitkräften bombardiert wurde. Kiers Vater verließ das Land vor seiner Geburt und der Schauspieler wuchs bei seiner Mutter auf. In seinen Teenagerjahren entwickelte Kier eine Freundschaft mit Fassbinder.
Mitte der 60er Jahre zog Kier nach London, um Englisch zu lernen, wurde aber stattdessen entdeckt und für „Road to Saint Tropez“ besetzt. Später lernte er Morrissey kennen, der zu dieser Zeit eng mit Warhol verbunden war, und legte den Grundstein für seine jahrzehntelange Filmkarriere.
Kier lebte in Palm Springs, wo er regelmäßig beim jährlichen Palm Springs International Film Festival teilnahm.


