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Ungewöhnliche Denker: Die Reise eines Wissenschaftlers vom ländlichen Indien zur Umwandlung von „Science-Fiction“ in Medikamentenkandidaten

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Anindya Roy, Mitbegründerin und wissenschaftliche Leiterin von Lila Biologics, steckt bis zu den Ellbogen in einer Box, die ein sauerstoffempfindliches Enzym schützt, das er während eines Experiments testete. (Fotos mit freundlicher Genehmigung von Roy)

Anmerkung des Herausgebers: Das Serie stellt sechs der Region Seattle vor „Ungewöhnliche Denker“: Erfinder, Wissenschaftler, Technologen und Unternehmer, die Branchen verändern und positive Veränderungen in der Welt vorantreiben. Sie werden erkannt 11. Dez am GeekWire-Gala. Uncommon Thinkers wird in Zusammenarbeit mit präsentiert Partner im Großraum Seattle.

Bevor er ein risikokapitalfinanziertes Biotech-Startup gründete und bevor er überhaupt eine Forschungsstelle in einem der weltweit führenden akademischen Labore bekam, Anindya Roy kam mit zwei Koffern und 2.000 Dollar auf der Bank in den USA an.

Roy wuchs im ländlichen Indien in einem Haus auf, in dem es in seiner Kindheit weder Strom noch fließendes Wasser gab. Seine Leidenschaft für die Wissenschaft befeuerte seine Ambitionen und führte dazu, dass er Abschlüsse an der Universität von Kalkutta und dem Indian Institute of Technology in Kharagpur erwarb.

Dann wagte er 2008 den mutigen Schritt, an der Arizona State University zu promovieren, was zu einem Postdoktorandenstipendium bei David Baker führte, einem Professor der University of Washington, der letztes Jahr einen Nobelpreis für Chemie gewann.

Im Jahr 2023 war Roy Mitbegründer des in Seattle ansässigen Unternehmens Lila Biologicsdas die im Baker-Labor entwickelte KI-gestützte Proteindesign-Technologie nutzt, um modernste medizinische Therapien zu verfolgen.

„Anindya ist eine brillante und zielstrebige Wissenschaftlerin und Innovatorin, die in verschiedenen Bereichen der Wissenschaft wichtige Beiträge geleistet hat“, sagte Baker, „und gemeinsam mit Lila einen äußerst spannenden Weg nach vorne einschlägt.“

Dr. Sheila Gujrathiein Biotech-Manager und Vorstandsvorsitzender von Lila, beschrieb Roy als „einen nachdenklichen und kreativen Problemlöser, der jede Herausforderung mit echter Bescheidenheit angeht. Er zeichnet sich nicht nur durch sein innovatives Denken aus, sondern auch durch seine aufrichtige Freundlichkeit und Integrität.“

Anindya Roy und sein Kätzchen Uno.

Potenzial freisetzen

Im Labor der ASU konzentrierte sich Roy auf Protein-Engineering für nachhaltige Energieressourcen, wollte diese Fähigkeiten jedoch unbedingt in der Medizin anwenden. Er schickte eine E-Mail an Baker, der ihn zu einem Interview und einem Rundgang durch sein Proteinherstellungslabor einlud, was ein Erlebnis wie ein Kind im Süßwarenladen bot.

„Das war das Aufregendste, weil es sich um eine erstaunlich vielfältige Reihe rechnerischer Proteindesignprobleme handelte, die darauf abzielten, so viele verschiedene Dinge zu lösen“, erinnert sich Roy.

Er nutzte die Chance als Postdoktorand und wechselte in das Labor, das Teil des Institute for Protein Design (IPD) der UW ist. Dort begann er mit der Erforschung bahnbrechender Werkzeuge zur Herstellung von Proteinen von Grund auf und verfolgte schließlich ein Molekül, das sich für die Krebsbehandlung und die Behandlung fibrotischer Erkrankungen, die in verschiedenen Organen Narbengewebe bilden, als vielversprechend erwies.

Roy trat schließlich dem IPD bei Translationales Forschungsprogramm für Forscherdas unternehmerischen Wissenschaftlern die Unterstützung und Ausbildung bietet, damit sie mit der Kommerzialisierung ihrer Entdeckungen beginnen können. Vor zwei Jahren haben er und Jake Kraftein IPD-Postdoktorand, lizenzierte das Molekül, an dem sie an der UW gearbeitet hatten, und brachte Lila auf den Markt.

Während Roy in seiner Forschung Erfolg hatte, kann die wissenschaftliche Forschung langsam und frustrierend sein. Um zu entspannen, betreibt er intensives Krafttraining und geht zu Live-Shows – diesen Sommer hat er Lady Gaga gesehen und liebt House-Musik. Roy zaubert auch französisches Gebäck und Torten, die „The Great British Bake Off“ würdig sind.

Und manchmal denkt er über die unwahrscheinliche Reise nach, die ihn zur Gründung seines eigenen Unternehmens geführt hat.

„Immer wenn ich irgendwie entmutigt oder deprimiert bin, schaue ich auf meinen beruflichen Werdegang zurück und darauf, wie weit ich gekommen bin“, sagte Roy. „Das gibt mir sehr viel Kraft.“

Die Kraft der Wissenschaft

Auch sein Startup macht vertrauensbildende Fortschritte. Lila hat 10 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt und zwei KI-gestützte Plattformen zur Herstellung therapeutischer Proteine ​​auf den Markt gebracht. Eine davon konzentriert sich auf gezielte Strahlentherapie, bei der Proteine ​​erzeugt werden, die präzise an Tumore binden und radioaktive Isotope transportieren, die Krebszellen zerstören. Die andere Plattform dient der Entwicklung langwirksamer injizierbarer Medikamente, die das Medikament langsam über Wochen oder Monate freisetzen.

Im September gab das siebenköpfige Startup eine Zusammenarbeit mit dem Pharmariesen Eli Lilly bekannt, um Therapien zur Behandlung solider Tumoren zu entwickeln.

Roy ist dankbar für die US-Unterstützung der Grundlagenforschung, die die Arbeit an Universitäten, Institutionen und Unternehmen im ganzen Land untermauert. Er ist auch besorgt über die Kürzungen der Bundesmittel, die die derzeitige Regierung anstrebt und die Amerikas Führungsrolle bei wissenschaftlichen Innovationen gefährden.

Denn obwohl er sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit dem De-novo-Proteindesign beschäftigt, ist Roy immer noch erstaunt darüber, was die Technologie leisten kann und wie schnell sie sich weiterentwickelt.

„Das ist fast wie Science-Fiction“, sagte Roy. „Vor Jahren hätte man sich nie vorstellen können, was wir jetzt tun. Man entwirft Moleküle im Computer und bringt sie in tatsächliche lebende Systeme ein, und es tut, was es tun soll. Das ist reine Science-Fiction.“

Quelle

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