In Mamoru HosodaIn „Scarlet“ tanzt ein handgezeichneter Animationsfilm mit Computergrafiken und schafft so einen Wandteppich, der so poetisch ist wie seine Shakespeare-Wurzeln. Inspiriert von „Hamlet“ tauscht diese moderne Geschichte Rache gegen Heilung ein und definiert die Tragödie als eine Reise zur Vergebung. „Es gibt diesen sehr berühmten Satz: ‚Sein oder Nichtsein‘, und ich habe versucht, mir vorzustellen, wie dieselbe Frage in den heutigen Worten und im visuellen Ausdruck aussehen würde“, sagt der Autor und Regisseur. Als Scarlet (Mana Ashida) in die Außenwelt hineingezogen wird, ein Reich zwischen Leben und Tod, findet sie in EMT Hijiri (Masaki Okada) einen ungewöhnlichen Verbündeten – und eine Landschaft, die von religiöser Ikonographie geprägt ist, die Himmel und Hölle darstellt. „Die Forschung hat mir gezeigt, dass diese Orte möglicherweise eine Erweiterung unserer eigenen Welt sind“, sagt Hosoda. „Bei ‚Scarlet‘ habe ich mir diese Welt als eine Fortsetzung der Realität vorgestellt, in der Leben und Tod keine Gegensätze, sondern eine Erweiterung voneinander sind.“ Der emotionale Höhepunkt der Geschichte, das Crescendo seiner kühnen Antwort auf Shakespeares Monolog, ist in goldene Farbtöne getaucht, um die Entscheidung über Leben oder Tod zu unterstreichen. „Wenn Scarlet etwas gewinnt, verliert sie auch etwas“, erklärt Hosoda. „Und die Frage, die ich stellen wollte, ist: ‚Was wirst du wählen und was wirst du loslassen?‘ ”



